Klimaschutz – So packen wir‘s

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Mehrere Menschen besteigen einen Berg

Ein wunderschöner Herbsttag, die Blätter leuchten gelb, die Luft hat angenehme 15 Grad, die Vögel zwitschern, es duftet nach feuchtem frischem Laub. Wie jeden Morgen radle ich zu den öffentlichen Verkehrsmitteln, unterfahre dabei eine Bundesstraße und bemitleide die Menschen, die mit ihrem Auto im Stau stecken und in Folge keinen Parkplatz finden. Für mich ist eine klimaverträgliche Lebensweise kein Verzicht auf Bequemlichkeit, keine Kasteiung, kein Verzicht auf Freiheit, es ist der Schlüssel zu einem bewussten, lebensbejahenden und zufriedenen Leben.

Am 2. Dezember 2019 begann in Madrid die 25. UN-Klimakonferenz, die Hoffnungen hätten größer nicht sein können. Seit über einem Jahr reißen die Meldungen über die drohende Klimakrise nicht ab, auch die wöchentlichen Demonstrationen der Fridays for Future-Bewegung nicht. Am 28. November 2019 rief die EU als erster Kontinent der Welt den Klimanotstand aus, Österreich tat dies bereits am 25. September. Das sind große Erfolge, auf die wir stolz sein können! Gleichzeitig müssen wir diesen Aufschwung weiter nutzen, Werner Lampert kritisierte einmal richtig: „Wir reden zwar anders als die Klimaleugner, handeln tun wir aber gleich.“ (-Werner Lampert zur Auslöschung der Menschen durch die Landwirtschaft-)

Woran liegt das? Obwohl wir wissen, was droht, fliegen wir in den Urlaub, „gönnen“ uns das Schnitzel im Lokal, tragen unethisch produzierte Kleidung und machen weiter wie bisher.

Warum passiert nicht mehr?

Ein Punkt, der uns immer noch bremst, sind die Gegenstimmen. „Klimawandel gab es schon immer.“ – „Das ist ja eine reine Klimahysterie“ – „Wir werden nicht unsere Wirtschaft dem Klimaschutz opfern, wenn wir nur so einen kleinen Anteil an den globalen Emissionen haben“.

Eines möchte ich an dieser Stelle klarstellen, es gibt keinen Zweifel, nein, es gibt KEINEN ZWEIFEL: Der Klimawandel ist menschengemacht. Alle Prognosen der Klimaexperten sind eingetreten, und zwar früher als erwartet. Ja, und das weiß selbst die USA seit Jahrzehnten. Martin Hoffert vom Ölkonzern Exxon, achtgrößtes Unternehmen der Welt, gestand dazu im Oktober 2019 dem US-Kongress: „Was Exxon getan hat, war falsch. Exxon hat seit 40 Jahren Zweifel über den Klimawandel gesät. Die Folgen dieser Falschinformation hat Handlungen intern und extern verzögert. Ein Ergebnis davon werden, meiner Meinung nach, zerstörte Lebensgrundlagen und der Verlust von Menschenleben sein.

Wer dennoch zweifelt, braucht sich nur umzusehen, sind doch die Auswirkungen bereits offensichtlich. Österreich hat sich bereits um 2,3 Grad im Vergleich zur vorindustriellen Zeit erwärmt, Klimaexpertin Prof. Helga Kromp-Kolb erklärt in einem Interview dazu: „Wir hatten in Vorarlberg, nicht gerade ein regenarmes Bundesland, die Problematik, dass nicht genug Futter für die Tiere vorhanden war. […] Am Bodensee senkte sich der Wasserspiegel in einem Ausmaß ab, dass die Stege nicht mehr bis zum Wasser reichten.“

Die Wissenschaft kommuniziert über das Ausmaß des Klimawandels seit 50 Jahren, nichtsdestotrotz halten sich Mythen hartnäckig, und wir gehen ihnen allzu gerne auf den Leim, rechtfertigen sie doch, dass wir unseren Lebensstil nicht ändern müssen. Lesen Sie jetzt die 7 größten Mythen.

Ein weiterer Punkt, der uns bremst, sind „die anderen“. Studien zeigen, dass wir bei Rauchgeruch wesentlich schneller den Raum verlassen, wenn auch andere unruhig werden. Bleiben diese ruhig, schieben wir die Gefahr einfach weg. „Nicht jeder ist ein Pionier, viele handeln erst, wenn es andere auch tun“, erklärt Klimaexpertin Sybille Chiari diesbezüglich (Klimaschutz – Was sind die großen Hebel im Alltag?).

Doch wie packen wir die anderen? Wie bringen wir Sie zum Handeln?

  1. Die richtige Diskussion führen
    Viele Menschen befinden sich kurz davor, dass es „Klick“ macht, sie brauchen nur den richtigen Anstoß. Diese Menschen zu bewegen ist leichter als Klimaleugner, bei ihnen sollten wir anfangen. Dr. Sybille Chiari beschäftigt sich intensiv mit der richtigen Kommunikation und hat Ihnen die wichtigsten Werkzeuge zusammengefasst. (Weitersagen erwünscht – Klimakommunikation, die einschlägt)
  2. Vorbild sein
    Haben Sie das Recht am Freitag für Klimaschutz zu demonstrieren, wenn Sie kurz darauf in den Urlaub fliegen? Die Antwort lautet ja! Denn würden wir warten, bis wir alle perfekt sind, wäre die Menschheit bereits verloren. Dennoch gilt es, so konsequent und glaubwürdig wie möglich zu sein. Der Mensch ist ein soziales Wesen und alle unsere Handlungen werden wahrgenommen und bewegen andere.
  3. Die Vorteile nach außen kehren
    Sehr oft wird ein klimafreundliches Leben mit Wohlstandsverlust gleichgesetzt. Zeigen Sie, dass dem nicht so ist. Erzählen Sie von Ihren schönen Erlebnissen. Ich erstand beispielsweise auf einer Second Hand Plattform ein Fahrrad und stellte fest, dass dahinter ein pensionierter Mann stand, der mit Leidenschaft Fahrräder repariert. Kurzerhand schenkte ich ihm mein altes Puch-Rad, das ich sonst entsorgt hätte. Er freute sich riesig und im Austausch überließ er mir ein altes Gokart, das mein Sohn mit strahlenden Augen entgegennahm.

Das ist das Leben, das ich mir wünsche, das ist das Leben, das mich glücklich und zufrieden macht., ein Leben, das mich erfüllt.

Glauben Sie mir, ein nachhaltiges Leben ist eine Chance. Gelebte Nachhaltigkeit bedeutet Zusammenhalt in der Gesellschaft, ein rundum positives Lebensgefühl. Probieren Sie es aus, es wird auch Sie in seinen Bann ziehen.

Freundlich lächelnde Frau mit dunklem langen HaarÜber die Autorin

Dr. Isabell Riedl ist seit 2012 als Nachhaltigkeitsbeauftragte und in der Kommunikation der Werner Lampert GmbH tätig. Sie studierte Ökologie mit Schwerpunkt Natur- und Landschaftsschutz und Tropenökologie an der Universität Wien. Ihre Dissertation verfasste sie über die Bedeutung von Baumreihen in landwirtschaftlichen Gebieten für Waldvögel in Costa Rica. Zeit ihres Lebens hat sie sich insbesondere der ökologischen Nachhaltigkeit verschrieben. Sie ist Teil des Redaktionsteam des Online-Magazins „Nachhaltigkeit. Neu denken.“

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