Ein Wendepunkt in der Klimakrise

Menschenmenge vor einer Freiluftbühne

Eine große Menschenmenge wartete am Wiener Heldenplatz im Mai 2019 auf ihre Vorbilder, Greta Thunberg und Arnold Schwarzenegger. Doch gleich zu Beginn des Climate Kirtags vom „R20 Austrian Wordl Summit“ antwortete eine rothaarige Jugendliche aus dem Publikum auf die Frage, warum sie hier ist, völlig richtig: „Weil mir Klimaschutz wichtig ist!“. Es sind nicht nur die Idole, die 17.000 Zuhörer vereinten, sondern auch das gemeinsame Ziel. Und jeder einzelne ging gestärkt aus der Veranstaltung hervor, gewillt den Wendepunkt in der Klimakrise herbeizuführen.

Junges Mädchen in rosa Bluse und blauer Jacke auf BühneDer größte Besuchermagnet war eindeutig das Mädchen, das seit August 2018 jeden Freitag für den Klimaschutz streikt. Als sie die Bühne betrat, wirkte sie nervös und der Beginn der Rede war stockend, doch das tat dem Inhalt keinen Abbruch. Nein, es erinnerte nur daran, dass Greta Thunberg erst 16 Jahre alt ist und kein Übermensch. Doch in ihren Taten, in der Konsequenz ihrer Handlungen ist sie außergewöhnlich. Sie ist eine Visionärin, gewillt für ihr Ziel – das Ende der Klimakriese – alles zu geben, sogar ihre Jugend.

Es sollte nicht ihre Aufgabe sein für die Kinder zu kämpfen, erklärt sie, doch nachdem die politischen Entscheidungsträger durchwegs versagen, ruft sie zum Streik auf und fordert Taten. Es sei ihre Zukunft und die aller anderen Kinder, die auf dem Spiel stehe. Wenn wir weitermachen, wie bisher könnte das Klima völlig außer Kontrolle geraten. Und zwar schon in dreißig Jahren, nämlich 2050, wenn Greta gerade erst 47 Jahre alt ist.

„Laut physikalischer Gesetze ist es noch möglich die schlimmsten Konsequenzen der Klimakrise abzuwenden, aber nicht mehr lange, und nicht wenn wir weitermachen, wie bisher!“ betont sie.

Niemand ist zu klein einen Unterschied zu machen, das sollen wir nie vergessen. Die letzten Monate hätten gezeigt, dass Aktivismus funktioniert und daher ruft sie alle dazu auf zu handeln. Am Freitag den 31. Mai wird sie in Wien an der Demonstration „Fridays for future“ teilnehmen, um 11:55 startet dieser am Heldenplatz. „Jede Person, jeder Beginn, jedes Kilo CO2, alles zählt.“

Unterstützung erhält sie auch, von den Musikern „Pizzeria & Jaus“. Die mit ihrem Song „Unerhört solide“ Kraft spenden, wenn alles ausweglos wirkt und wir in den Verdruss zu schlittern drohen:

Rothaarige hübsche Frau hält Mikrofon und interviewt gutaussehenden sportlichen Mann

Model Barbara Meier und Skilegende Aksel Svindal

„Es ist der eiserne Wille, der dir verbietet zu scheitern
Es ist der Ehrgeiz, der di´ zwingt an Horizont zu erweitern
Es is a Sucht, es is a Liebe, es is oft a sehr einsam
Doch du willst den Druck, die Spannung, die di´ völlig vereinnahmt
Dei Angst zu fallen ist groß, doch der Wille ist größer
Reiß es ein, bau es neich, nur schöner, größer, pompöser
Atme aus, atme ein, die Mauer wirkt jetzt poröser
Jetzt renn an, schlag sie ein, bis jeder Brocken zerbröselt“

Denn „you’re unstoppable“ tönt auch Tom Neuwirth, besser bekannt als Conchita Wurst. „Wenn viele Menschen kleine Dinge tun, ist es wirksamer als wenn wenige extrem werden“, bekräftigte Skilegende Axel Svindal. Und auch Arnold Schwarzenegger postuliert in einer mitreißenden Rede, dass es immer die Träumer und nicht die Zweifler sind, die die Welt formen! Die größten Bewegungen in der Geschichte der Menschheit begannen nicht durch Politiker, sondern durch die Bevölkerung. Die Apartheid in Afrika wurde nicht von Politikern beendet, die Bürgerrechtsbewegung in den USA oder die Unabhängigkeitsbewegung in Indien wurde durch „people power“, – die Macht der Menschen -, geschaffen. Er verglich den Kampf gegen den Klimawandel sogar, mit seiner Werbekampagne für Body Building vor 40 Jahren. Damals meinten alle, dass es dumm mache, er damit niemals Erfolg haben würde. Heute habe jedes Hotel einen Fitnessraum, Kraftsport gelte als bestes Mittel um länger zu leben. Klimaschutz sei machbar, er habe alle Geduld dieser Welt. Beim ersten Streik wäre Greta auch noch alleine gewesen, heute folgen ihr Tausende, ja sogar Millionen.

Musiker auf einer Bühne

Hubert van Goisern und Tom Neuwirth singen „Heast as nit“

Arnold Schwarzenegger begeisterte mit Witz und Elan

Verfestigt wurde das Wissen von der eigenen Macht durch die kraftvolle Stimme von Hubert van Goisern und den Musikern des Tages. Als das Lied „Heast as nit“ durch die Lautsprecher schallt, schien die Zeit still zu stehen. Es war einer dieser Momente, wo die Menge den Atem anhält, die Luft elektrisiert wirkt, wo alles möglich ist. – Ein Moment, wo der Weg so klar und machbar wird.

„Yes, we can if we all work together, let’s not just rely on the politicians but on people power”, schloss Arnold Schwarzenegger.

Es war ein Wendepunkt in der Klimakrise für jeden Anwesenden und jede Anwesende. Es war ein Wendepunkt von vielen, die noch folgen werden. Davon ist man nach der zwei Stunden andauernden Veranstaltung überzeugt. Sie entließ einen beschwingt, voller Mut und inspiriert in den Alltag. Sie lieferte Antrieb, sie mobilisierte. Lassen auch Sie sich durch diesen Artikel stärken.

Wir können das zusammen schaffen!

Freundlich lächelnde Frau mit dunklem langen HaarÜber die Autorin

Dr. Isabell Riedl ist seit 2012 als Nachhaltigkeitsbeauftragte und in der Kommunikation der Werner Lampert GmbH tätig. Sie studierte Ökologie mit Schwerpunkt Natur- und Landschaftsschutz und Tropenökologie an der Universität Wien. Ihre Dissertation verfasste sie über die Bedeutung von Baumreihen in landwirtschaftlichen Gebieten für Waldvögel in Costa Rica. Zeit ihres Lebens hat sie sich insbesondere der ökologischen Nachhaltigkeit verschrieben. Sie ist Teil des Redaktionsteams des Online-Magazins „Nachhaltigkeit. Neu denken.“

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