Heumilch aus der Region hat wieder einen Wert

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2 braun gefleckte Kühe und ein Kalb gehen vor schöner Bergwelt

Auf den steilen Wiesen der Murauer Region in der Steiermark grasen braun-weiß-gefleckte Kühe. Das saftige Gras verleiht ihrer Heumilch, der ursprünglichsten Form von Milch, den einzigartig natürlichen Geschmack. Doch die Zukunft der hier angesiedelten Kleinbauern sah nicht immer so gut aus: Wegen der niedrigen Milchpreise und der hohen Konkurrenz durch industrielle Großbetriebe drohte vielen Bauern Anfang der 2000er-Jahre das Ende der Heumilch-Produktion. Durch die Zusammenarbeit mit Zurück zum Ursprung – der vom Biopionier und Vordenker Werner Lampert mitbegründeten Bio- und Nachhaltigkeits-Marke – wurde das verhindert. Ein nachhaltiger Mehrwert für die Region entstand.

Regionale Heumilch mit Zukunft

„Ohne das Projekt hätten wir die Heumilch-Produktion wahrscheinlich aufgeben müssen“, erinnert sich Bergbauer Klement Knapp an die damalige Situation. Viele Bauern aus der Murauer Region spielten damals mit demselben Gedanken. Denn für die aufwendige und arbeitsintensive Heumilchproduktion bekamen die Landwirte keinen guten Preis – trotz der besseren Qualität. Das hat sich mit dem Startschuss zum Zurück zum Ursprung-Projekt im Jahr 2006 jedoch geändert, so Knapp:

„Nun blicken wir in eine wirtschaftlich sichere Zukunft und bekommen einen fairen Preis für unsere Milch. Wir können unserer Bio-Landwirtschaft treu bleiben und die jahrhundertalte Tradition erhalten.“

Heute leitet Sohn Johannes den Familienbetrieb bereits in 25. Generation. Doch alle neun Familienmitglieder helfen zusammen, denn es gibt viel zu tun. Stolze 95 Prozent des Futters kommen bei den Knapps direkt vom Hof. Auf ihrem Acker ernten sie pro Hektar rund 4.000 Kilo Getreide jährlich. „Im Sommer sind alle Kühe auf der Weide wo sie sich ihr frisches Gras selbst holen,  für die kalte Jahreszeit wird ein Teil der Wiesen gemäht, zu Heu getrocknet in den Heustadel gebracht und dient so als Winterfutter für unsere Kühe“, erklärt Klement Knapp.

Und auch in der kalten Jahreszeit ist für Vorrat gesorgt: Ein Teil der Weide wird gemäht, getrocknet und als Heu an die Kühe verfüttert.

Unter der Marke Zurück zum Ursprung bietet das Lebensmittel-Einzelhandelsunternehmen HOFER jährlich über 400 nachhaltige Bio-Produkte aus Österreichs Regionen. Nachhaltigkeit ist dabei ein ganzheitliches Konzept, das von der Produktion über die Verarbeitung bis zum Endprodukt reicht. Die Marke wurde vom Biopionier und Vordenker Werner Lampert gegründet.

Gelebte Regionalität

Ein gutes halbes Jahr stehen die zwölf Melk- und zehn Mutterkühe des Familienbetriebs auf der Weide – und holen sich ihr Futter auf knapp 1.200 Höhenmetern selbst. An menschlicher Zuneigung hapert es am Hof im idyllischen Rinegg trotzdem nicht. „Bei uns sind die Kühe keine Nummern, ich kenne jede beim Namen“, erzählt der 70-Jährige Bio-Bauer und fügt schmunzelnd hinzu: „Die Enkelkinder sind bei der Namensgebung immer sehr kreativ – so gibt’s bei uns zum Beispiel eine Sonja und eine Schilche.“ Damit auch die Sprösslinge später noch vom Bio-Hof profitieren können, wirtschaftet die Familie nachhaltig und im Einklang mit der Natur.

Der größte Erfolgsnachweis des Projekts ist für Klement Knapp die Wertschätzung der Konsumenten.

Alter Herr mit Blauer Kappe und Latzhose„Wenn ich im Supermarkt stehe und sehe, wie die Leute meine Bio-Heumilch kaufen, freut mich das natürlich sehr“, so der Bergbauer. „Es zeigt mir: Unsere Arbeit und unsere Produkte haben doch wieder einen Wert für die Gesellschaft.“

Einen Mehrwert für die Region schaffen

In der Region Murau profitieren 240 Kleinbauern vom Zurück zum Ursprung-Projekt. Doch nicht nur die Landwirte ziehen einen Vorteil daraus, so der Geschäftsführer der obersteirischen Molkerei, Friedrich Tiroch: „Mit dem Projekt schaffen wir einen wertvollen Beitrag für die Region, die Bewohner und den Tourismus. Unsere Kulturlandschaft bleibt dadurch lebenswert.“ Der Molkereistandort in Kapfenberg konnte so um rund 1,2 Millionen Euro ausgebaut und fünf dauerhafte Arbeitsplätze geschaffen werden.

Kühe grasen

Für die Molkerei ist die Zusammenarbeit mit Zurück zum Ursprung von großer Bedeutung: Ein Viertel der dort verarbeiteten Milch kommt von Landwirten die am Projekt teilnehmen. „Die Bauern erhalten bis 2020 einen garantierten Milchpreiszuschlag. Ich bin aber optimistisch, dass das Projekt danach weiterläuft – denn unsere Produkte werden von den Konsumenten sehr geschätzt“, meint der gebürtige Steirer.

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