Wie Wurmkompost deine Pflanzen stärkt und schützt

Wurmkompost ist für die Pflanzen ein bisschen wie der Zaubertrank für die Gallier in Asterix und Obelix – so meinen zumindest einige wissenschaftliche Belege. Studien zeigen, dass Wurmkompost den Ertrag steigert, als biologischer Pflanzenschutz dient und Pflanzenkrankheiten vorbeugt. In diesem Artikel geht es darum, wie der Wurmkompost diese großartige Wirkung entfalten kann, was dabei wichtig ist und wie du zu hochwertigem Wurmhumus kommst.

Die Basics: Was ist Wurmkompost?

Wurmkompost ist das Produkt von Kompostwürmern (Eisenia foetida). Diese verdauen Bioabfall zusammen mit Mikroorganismen und scheiden dann den fertigen Wurmkompost aus. Dieser und das flüssige Extrakt daraus, auch als „Wurmtee“ bezeichnet, weisen optimale Dünger- und Pflanzenschutzeigenschaften auf.

Streng genommen ist Wurmkompost gar kein Kompost. Er durchgeht nämlich keine thermophile Phase (= Temperatur des Komposts beträgt für mehrere Tage über 60° C), die durch das Verrotten des Abfalls entsteht.

Um Konsumenten zu schützen, wurde in Österreich gesetzlich erlassen, dass Kompost nur als solcher bezeichnet werden darf, wenn dieser eine thermophile Phase durchschritten hatte. Um dem Rechnung zu tragen, nennen wir Wurmkompost in weiterer Folge Wurmhumus – meinen damit aber dasselbe.

Nimmt man die Eigenschaften des Wurmhumus und die eines üblichen Komposts unter die Lupe, findet man einige wichtige Unterschiede:

  • Der Gesamtnährstoffgehalt des Wurmhumus ist höher.
  • Die Nährstoffverfügbarkeit des Wurmhumus ist besser (= es gibt nicht nur mehr Nährstoffe, sie können von Pflanzen auch besser aufgenommen werden).1
  • Wurmhumus enthält mehr und eine größere Vielfalt an Mikroorganismen als herkömmlicher Kompost.

Wurmhumus ist aber nicht gleich Wurmhumus. Dieser kann nämlich in seiner Qualität stark variieren – je nachdem mit welchem Abfall die Würmer gefüttert wurden. Besser verarbeiten können Würmer pflanzlichen Abfall und weniger gut tierischen.2 Damit die Würmer am Ende einen hochwertigen Wurmkompost produzieren, spielen drei Eigenschaften des zu verarbeitenden Abfalls eine wichtige Rolle:

  • physikalische Zusammensetzung (Feuchtigkeit, organischer vs. nicht organischer Anteil, Dichte…)
  • chemische Eigenschaften (Säuregehalt)
  • biologische Qualitätskriterien (keine Krankheitserreger im Abfall)

Kein Wunder, dass bei diesen physikalischen Unterschieden auch Unterschiede in der Wirkung zu beobachten sind:

Welche Hinweise gibt es für die Wirkung von Wurmhumus?

Es gibt Belege, dass Tomatenpflanzen, wenn sie mit Wurmhumus gedüngt werden, mehr Ertrag bringen, als Tomatenpflanzen, die mit herkömmlichen Dünger gedüngt wurden. Auch bei Erdbeeren und anderen Früchten bzw. Gemüsesorten zeichnet sich ein eindeutiger Trend zugunsten des Wurmhumus ab.3

Außerdem war in diesen Experimenten auch zu beobachten, dass Wurmhumus nicht nur den Ertrag steigerte, sondern auch das Risiko für Krankheiten reduzierte.4 Bei einem Versuch an Tomaten, Paprika und Kohl ging die Anzahl an Blattläusen (Myzus persicae), Schmierläusen (Pseudococcus spp.) und des Kohlweißlings (Pieris brassicae) mit der Anwendung des Wurmhumus deutlich zurück.

Wie kommt es zu dieser Wirkung des Wurmhumus?

Die exakte Wirkung ist noch nicht bekannt. Es gibt jedoch Vermutungen – hier ist die für uns zurzeit am plausibelste Erklärung:

Durch die Arbeit der Würmer, wird der Wurmhumus mit Mikroorganismen angereichert und das mit einer unglaublichen hohen Vielfalt.

Diese Mikroorganismen spielen eine wichtige Rolle bei der Versorgung der Pflanzen mit allen notwendigen Nährstoffen. Pflanzen und Mikroorganismen kommunizieren miteinander und schließen einen Vertrag ab: Mikroorganismen helfen den Pflanzen alle benötigten Nährstoffe zu besorgen, was die Pflanze ohne ihrer Hilfe schwer schaffen würde. Im Gegenzug versorgt die Pflanze die Mikroorganismen mit Zucker.

Am Ende des Tages sind beide glücklich. Pflanzen sind mehr als ausreichend versorgt um wachsen und gedeihen zu können und die Mikroorganismen haben genügend Zucker.

Wie bereits eingangs erwähnt, zeichnet sich Wurmhumus durch einen Reichtum an Mikroorganismen aus. Viele Mikroorganismen bedeutet für die Pflanzen mehr Möglichkeiten, die notwendigen Nährstoffe zu bekommen, um ertragreich und gesund zu wachsen.

Die Qualität des Wurmhumus hängt also unter anderem von den darin enthaltenen Mikroorganismen ab. Je mehr Zeit vergangen ist, seitdem die Würmer den Abfall zu Wurmhumus verarbeitet haben, desto weniger Mikroorganismen sind im Wurmhumus. Willst du also eine wirklich hohe Vielfalt an Mikroorganismen in dein Gemüsebeet bringen, hat es Sinn Wurmhumus selbst herzustellen, um diesen frisch zuzuführen.

Wie kommst du zu einem frischen Wurmhumus, der deine Pflanzen schützt und ihren Ertrag steigert?

Du machst ihn selbst! 🙂 Es ist egal, ob du einen Garten hast oder in eine Wohnung ohne Garten: Wurmkompostierung ist mithilfe einer Wurmkiste auch in Innenräumen möglich.

Du kannst dir eine Wurmkiste selbst bauen – dazu gibt es zahlreiche Beiträge im Internet oder dir ein Selbstbauset für eine Wurmkiste bei uns online bestellen. Dann baust du die Wurmkiste auch selbst, brauchst jedoch die Materialen nicht aufwändig zusammensuchen und bearbeiten. Wir liefern auch unser Know-How in Form einer Anleitung mit wo alles nochmals genau beschrieben ist. Unsere Wurmkiste gibt’s auch als stylischen Hocker mit Sitzpolster – so sparst du Platz in deiner Küche und kannst es dir auf der Wurmkiste bequem machen, während die Würmer für dich arbeiten.

Falls dir die Vorstellung Würmer in deiner Wohnung zu halten, zu fremd oder abgefahren erscheint, hast du auch die Möglichkeit eine Wurmtonne anzuschaffen, die im Freien oder im Vorhaus stehen kann. Diese ergänzt die Altpapier- und Restmülltonne und produziert rasch hochwertigen Wurmhumus, der einfach geerntet werden kann.

Wenn du einen Wurmhumus anlegst, kannst du bereits nach einigen Monaten den Wurmhumus ernten und deinen Pflanzen zuführen. Würmer fressen jeden Tag ihr halbes Körpergewicht an Bioabfall! 80% des Volumens des Bioabfalls verschwindet zwar, dennoch bleibt am Ende genug Wurmhumus für deine Pflanzen übrig.

Stinkt das nicht, ist die Kiste auch ausbruchsicher und kann ich Wurmhumus wirklich in Innenräumen produzieren?

Ja, es klappt – wir haben zur Funktionsweise und möglichen Schwierigkeiten hier einen ausführlichen Artikel verfasst. Es können Herausforderungen auftreten, jedoch ist das meistens nur dann der Fall, wenn die Würmer nicht optimal gehandhabt werden.

Interesse für Wurmkompostierung geweckt?

Tritt mit uns in Kontakt auf wurmkiste.at oder kommentiere diesen Artikel. Wir beantworten gerne deine Fragen. 🙂

Fußnoten

  1. Fleddermann, A. (1990): Komposte als Humus-, Nährstoff- und Wirkstoffträger: Eine Untersuchung zur Erstellung von Qualitätskriterien unter Besonderer Berücksichtigung von Wurmkomposten; Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität; Bonn.
  2. Tejada, M. et Benítez, C. (2014): Application of Vermicomposts and Compost on Tomato Growth in Greenhouses; Cordoba.
    Tognetti, C., Laos, F., Mazzarino, M.J. & Hernandez, M.T. (2013): Composting vs. Vermicomposting: A Comparison of End Product Quality; Bariloche; Argentina.
  3. Arancon, N.Q., Edwards, C.A., Bierman, P., Metzger, J.D., Lee, S. & Welch, C. (2003): Effects of vermicomposts on growth and marketable fruits of field-grown tomatoes, peppers and strawberries; The 7th international symposium on earthworm ecology, Cardiff, Wales, 2002. .
  4. Jack, A.L.H. (2011): The Supression of Plant Pathogens by Vermicomposts; Vermiculture Technology- Earthworms, Organic Wastes and Environmental Management; Taylor & Francis Group; S. 165-182; Boca Raton.

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